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Hotels in Kappadokien

Novotel Kayseri Hotel Kappadokien

Novotel Kayseri4 Sterne, Kappadokien

Zentral, in Kayseri. Besuchen Sie zum Beispiel das Mausoleum "Döner Kümbet" oder den Großen Basar. Die nächste Bus-Station ist ca. 350 m entfernt. Fahrzeit vom Flughafen Kayseri ca. 25 Minuten.


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Ibis Hotel Kayseri Hotel Kappadokien

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In Kayseri, zentral. Zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten, wie Museen, der Große Basar, Einkaufszentren und das Stadion sind in wenigen Fahrminuten zu erreichen. Die nächste Bus-Station ist ca. 350 m entfernt. Zum Wintersportgebiet Erciyes fahren Sie ca. 60 Minuten. Fahrzeit vom Flughafen Kayseri ca. 25 Minuten.

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6 Hotelbewertungen

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Rundreise Märchenland KappadokienKein Stern, Kappadokien

Eine Reise zum einzigartigen Welt-Kultur- und -Naturerbe Kappadokien - faszinierende Höhlenkirchen, einsame Klosteranlagen, Karawansereien und bizzare Landschaften.

Termine: Anreise sonntags am 29.3.15; 26.4.15; 10.5.15; 7.6.15; 13.9.15; 27.9.15; 11.10.15


Weiterempfehlung

Hotelbewertungen

7 Tage Halbpensionab521,– €

Kappadokien

Kappadokien

Erleben Sie die einzigartige Mondlandschaft Kappadokiens

Die Gegend von Kappadokien gehört zum inneranatolischen Hochland und ist von allen Seiten von Gebirgen eingeschlossen. Dazwischen liegt eine Landschaft von bedrückender Schönheit. 

Im Herzen Anatoliens, zwischen Nevsehir, Kayseri und Nigde wurde vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche die ganze Hochebene mit Tuff bedeckt, einem weichen Stein aus Lava, Asche und Schlamm. Wind und Regen haben daraus eine surrealistisch anmutende Landschaft aus bizarren Felsen und Schluchten geschaffen, deren Farben von leuchtendem rot über gelb-ocker-bräunliche Töne bis zum grau-grün reichen. Man fühlt sich wie in eine bizarre Mondlandschaft versetzt.

Durch die lokal unterschiedlich intensive Abtragung des Tuffmaterials entstanden die charakteristischen Pyramiden, die sogenannten "Feenkamine", die heute den Reiz der kappadokischen Landschaft ausmachen. 

Das historische Kappadokien bleibt dem Auge jedoch vorerst verborgen. Menschen haben in dieser Region schon 4000 v. Chr. Felsenhöhlen in den weichen Tuffstein gehauen. Im 4. Jahrhundert war dieses Gebiet Anatoliens Mittelpunkt der Christianisierung. Die von den Römern bedrohten Einsiedler bauten ihre klösterlichen Anlagen und über 600 Kirchen in den weichen Tuffstein. Die in diesen Räumen enstandenen Fresken haben bis heute nichts von ihrer Farbenpracht verloren. Als im 7. Jahrhundert arabische Raubzüge das Leben unmöglich machten, entstanden mehr als 36 unterirdische Städte. Manche von ihnen beherbergten mehr als 20.000 Bewohner. 

Die ungewöhnlich wohltuende Atmosphäre von Ruhe und Frieden lässt sich heute in modernen Hotels genießen. Eine der vielen traumhaften Impressionen Kappadokiens sind heute die restaurierten Häuser der einzelnen kleinen Ortschaften und die herrlichen Weinberge, die man überall entdecken kann.  

Urlaub in Kappadokien empfiehlt  sich für Reisende, die besondere Landschaften und Sehenswürdigkeiten erleben wollen. Da Kappadokien in Mittelanatolien liegt, gibt es keine Strände, aber eine einzigartige surrealistische Landschaft.

 
Nevsehir
Göreme
Ürgüp

Ausflugstipps

Ausflugstipps

Wandern
Apfel- und Aprikosenplantagen, Weingärten und Kürbisfelder schmücken die Region. Um  diese Vielfalt aus der Nähe zu erleben, empfehlen wir Ihnen, Wanderungen zu unternehmen: Das Rote Tal, das Zelve Tal, das Ihlara Tal, das Liebestal sowie das Cavusin Tal sind für Wanderungen besonders geeignet.

Weinabend
Die Gegend um Kappadokien gilt als das wichtigste Weinanbaugebiet des Landes. Es ist üblich, in den Felslokalen den guten Wein der Region zu genießen. Der Abend wird mit einem bunten Programm zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Tanzende Derwische
Jeden Abend findet die Vorstellung der Tanzenden Derwische in der im Jahr 1249 gebauten Sarı Han Karawanserai statt. In dieser mystischen Atmosphäre gelingt es den Besuchern, die weltweit bekannte Philosophie Mevlanas intensiver zu erleben. 

Diese und viele weitere Ausflüge sind über die ÖGER TOURS-Reiseleitung buchbar. Bitte informieren Sie sich auf dem Begrüßungs-Cocktail oder während der Sprechzeiten.

Flughafen Kayseri

Flughafen Kayseri

Der Flughafen Kayseri ist in Mittelanatolien nach Ankara der zweitgrößte Flughafen. Hier werden im Jahr um die 600.000 Passagiere abgefertigt.

Die wichtigsten Daten im Überblick

Adr.: DHMI, Devlet Hava Meydanlığı Isletmesi, Kayseri Havalimani
Tel.: (0352) 338 33 53
Fax: (0352) 337 52 41

Entfernung in das Stadtzentrum von Kayseri: ca. 5 km
Airport Code: ASR
Anzahl der Terminals: 1
Parkplätze: Für PKW und Busse vorhanden
Mietwagenunternehmen: mehrere vorhanden, darunter Avis, Hertz und Sixt
Öffentliche Verkehrsmittel.: Taxi


Flughafeneinrichtungen

Kommunikation:
Münz-/Kartentelefone

Essen und Trinken:
Cafés, Bistro

Shopping:
Souvenier-Geschäfte, Duty-Free-Shop

Behinderteneinrichtungen:
Toiletten vorhanden

Außerdem:
Medizinischer Notdienst

Online-Buchungen:
Günstige Flüge nach Kayseri finden Sie in unserem Nur-Flug Bereich.

Sehenswertes

Sehenswertes

Nevsehir
Die Stadt hieß in der Antike Nyssa und war der Geburtsort des Großwesirs und Schwiegersohnes von Sultan Ahmet III (1660–1730). Der Großwesir wandte seiner Geburtsstadt seine ganze Aufmerksamkeit zu, ließ in dem ursprünglich 18 Häuser umfassenden Dorf Muskara Moscheen, Brunnen, Medressen, Bäder, Karawansereien, Schulen und Armenküchen bauen und benannte den Ort in Nevsehir um.
Die Provinzhauptstadt Nevsehir hat ca. 75.000 Einwohner. Jährlich kommen 1,2 Millionen Kultur-Reisende aus aller Welt in die Region, um die historischen Höhlenkirchen und Klöster zu besuchen. 


Avanos
Avanos ist 18 km von Göreme entfernt und hieß in der Antike Venessa. Avanos war schon unter den Hethitern ein Töpferzentrum, woran sich bis heute nichts geändert hat. Die rote Töpfererde und der Schlamm werden vom Kizilirmak, dem „Roten Fluss“, angeschwemmt. In der Nähe von Avanos am Ufer des Kizilirmak steht der einzige bisher in Kappadokien gefundene Marmorsarkophag. Er tauchte 1971 plötzlich auf, die Grabbeigaben waren geraubt. Pathologen und Paläoanthropologen stellten fest, dass in dem Sarkophag eine Frau mit hennagefärbtem Haar gelegen habe. Seldschukische Bauten in Avanos sind die Sarihan-Karawanserei und die Alaaddin-Moschee.


Ortahisar
Ortahisar liegt 6 km von Ürgüp entfernt an der Straße nach Nevsehir. Die Burg von Ortahisar diente sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken. In Ortahisar findet man charakteristische Beispiele kappadokischer Profanarchitektur. Eine weitere Besonderheit sind die in fast alle Abhänge der Täler eingehauenen Höhlen, die wegen ihrer kühlen Temperaturen für die in der Gegend geernteten Kartoffeln und Äpfel sowie für die aus Antalya kommenden Apfelsinen und Zitronen als Lagerräume dienen. In den Tälern stehen das interessante Hallac-Kloster und die ebenso interessanten Kirchen Sarica (Gelbliche), Cambazli (Zauberer), Tavsanli (Kaninchen) und Balkan Deresi (Balkanfluss).


Ürgüp
Ürgüp ist 20 km östlich von Nevsehir gelegen und ein wichtiges Zentrum Kappadokiens. Im Verlauf seiner bewegten Geschichte hatte es viele Namen. Die Byzantiner nannten es Osiana (Assiana) Hagios Prokropios, die Seldschuken Bashisar, die Osmanen Bulgut Kalesi. In den ersten Republikjahren erhielt es seinen heutigen Namen. Die älteste bekannte Siedlung bei Ürgüp war Tomissos an den Hängen des östlich des Flusses Damsa gelegenen Berges Avla. Bedeutende Überreste der späteren römischen Periode sind die Felsengräber in Ürgüp und den umliegenden Dörfern. Ürgüp war das wichtigste religiöse Zentrum unter den Byzantinern und bildete mit den umliegenden Felsenkirchen und Kapellen ein Bistum. Im 11. Jahrhundert war Ürgüp mit seiner bedeutenden Burg für die Seldschuken von hoher strategischer Bedeutung. 1515 wurde Ürgüp in das Osmanische Reich eingebunden und im 18. Jahrhundert Nevsehir unterstellt. Nevsehir war die Geburtsstadt eines osmanischen Großwesirs und Schwiegersohnes von Sultan Ahmet III. Damit hatte Ürgüp erstmals in seiner Geschichte seine führende Rolle verloren. 


Göreme
Göreme liegt umgeben von Tälern 10 km von Nevsehir entfernt in dem Dreieck Nevsehir-Ürgüp-Avanos. Alte Namen für Göreme waren Korama, Maciana, Macca und Avcilari. Der Name Korama wird erstmals in einer Urkunde aus dem 6. Jahrhundert erwähnt. In der Tokali-Kirche im Freilichtmuseum Göreme ist die Geschichte des Märtyrers auf großen Fresken dargestellt. Die Einwohner von Venessa, dem heutigen Avanos, haben Göreme in der römischen Zeit mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit als Nekropole benutzt. Ein großes Grabdenkmal mit zwei Säulen in einem Feenkamin mitten im heutigen Göreme sowie die zahlreichen Gräber in der Umgebung sprechen dafür. 
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Freilichtmuseum Göreme
Ende des zweiten Jahrhunderts siedelten bereits viele Christen nach Kappadokien. Aus dieser Zeit sind zwei Bistümer bekannt, eines in Malatya und eines in Kayseri. Im dritten Jahrhundert entwickelten glaubensstarke Mönche die Gegend zu einem lebendigen religiösen Zentrum. Das vierte Jahrhundert gehörte dem heiligen Basileos, Bischof von Kayseri, dessen Bruder Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianus. Diese christlichen Geistesgrößen bündelten das gesamte christliche Gedankengut und gaben ihm eine neue Form (Trinitätslehre). Noch heute ist die Lehre des heiligen Basileos für die christliche Welt von hoher Bedeutung. Basileos war kein theoretisierender Frömmler, sondern praktizierender Christ, der fernab von Dörfern und Städten kleine Siedlungen als moralisch-ethische Zufluchtsstätten für die Menschen gründete. Hier hat er über seine Auslegung einer christlichen Lebensführung gepredigt anstatt traditionelle Lehrmeinungen zu wiederholen. Sie wurde jedoch, wie auch in Ägypten und Syrien, von den anderen christlichen Gruppen nicht angenommen. Die bedeutende Reform, die Basileos in Kappadokien durchgeführt hat, sollte in Form gemeinsamer Gebete neu eingeführt werden. Dieses Lehrsystem wurde in Göreme erstmals praktiziert und hat sich dann auf Soganli, Ihlara und Aciksaray ausgeweitet.


Die Kirchenarchitektur von Göreme
Die in Göreme am häufigsten anzutreffende Kirchenform mit einem weiten, überwölbten Raum war für die hier lebenden Religionsgemeinschaften und Einsiedler die angemessene, auch Grabkammern wurden so angelegt. Der quergeteilte Raum mit rechteckigem Grundriss ist mesopotamischen Ursprungs. Die besonders in Göreme häufig anzutreffenden Sakralbauten in dieser Art wurden von fremden Gemeinden errichtet. Kirchenbauten mit zwei gleich großen Räumen sind selten. In Göreme ist nur die St. Eusthatios-Kirche so gebaut. In Soganli und Ihlara stehen einige. Bevorzugt wurde dieser Typ bei Bischofskirchen wie zum Beispiel die Durmufl Kadır-Kirche. Der Bau von großen und architektonisch reichen Kirchen war schon aufgrund des Standortes unmöglich. Die Fresken wurden entweder direkt auf die Felswand wie bei der Basileos-, Barbara- und Elmali-Kirche oder auf die mit einem Gemisch aus Gips, Sand und Stroh verputzte Felswand mit Läppchen oder Pinsel aufgetragen und stellen mit Ausnahme der geometrischen Motive aus der ikonoklastischen Periode samt und sonders Szenen aus der Bibel und Heilige dar.


Die Mönchs- und Nonnenkloster
Das links des Eingangs vom Göreme-Freilichtmuseum liegende sechs- bis siebenstöckige Felsenhaus ist als Nonnenkloster bekannt. In der ersten Etage befinden sich der Speisesaal, die Küche und einige Zimmer, in der zweiten eine zerfallene Kapelle, in der dritten eine durch einen Felskamin erreichbare Kirche mit einem Kreuzgewölbe, vier Säulen und drei Apsiden. Dem Templon an der Hauptapsis begegnet man selten. Neben den auf den unverputzten Fels aufgetragenen Fresken aus dem Leben Jesu verlaufen rote Schmucklinien. Die einzelnen Etagen sind durch tunnelähnliche Felskamine miteinander verbunden. Die engen Tunnel konnten wie auch in den unterirdischen Städten bei Gefahr durch dicke runde Steinplatten verschlossen werden. Von dem rechts vom Museumseingang befindlichen Mönchskloster kann nur das Erdgeschoss mit einigen Räumen besichtigt werden, die übrigen Etagen sind eingestürzt und für die Besichtigung gesperrt. 


Die St. Basileos-Kapelle
Sie steht im Eingangsbereich des Freilichtmuseums. In dem von Säulen unterteilten Vorraum befinden sich Grabhöhlen. Die im 11. Jahrhundert errichtete Kapelle ist ein rechteckiges Gewölbe mit drei Apsiden an der linken Längsseite. Die Fresken stellen an der Hauptapsis ein Jesus-Portrait, an der Vorderseite Maria mit dem Jesuskind, an der Nordmauer St. Theodorus auf einem Pferd, an der Südmauer St. Georg, ebenfalls auf einem Pferd und mit dem Drachen kämpfend, St. Dimitrius und zwei weitere Heilige dar.


Die Elmali-Kirche
Die Kirche hat neun Kuppeln, vier Säulen, drei Apsiden, einen Grundriss in Form des griechisch-orthodoxen Kreuzes und wurde Ende des 11. oder zu Beginn des 12. Jahrhunderts erstellt. Geometrische Motive und Kreuze wie in der St. Basileos-Kapelle und in der Barbara-Kirche sind auf den unverputzten Fels aufgetragen. Die Fresken stellen u. a. Deesis, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl und Jesus am Kreuz dar.


Die St. Barbara-Kapelle
Sie liegt hinter dem Felsen mit der Elmali-Kirche und hat einen kreuzförmigen Grundriss, zwei Säulen, eine Haupt- und zwei Nebenapsiden. Süd-, West- und Nordflügel sind überwölbt, die Mitte und der Ostflügel überkuppelt. Geometrische Motive und Fabelwesen in reicher Zahl sind mit roter Farbe auf den unverputzten Fels unter der Kuppel und auf die Wände aufgetragen. Außerdem wurde ein Muster gemalt, das Mauerwerk vortäuschen soll. Die Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. 


Die Yilanli oder St. Onouphrios-Kirche
Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und hat einen quergeteilten, viereckigen überwölbten Raum und einen kleineren Zusatzraum mit einer geraden Decke an der Südseite, in dem Gräber eingelassen sind. Die Apsis wurde in die linke Längswand eingemeißelt unvollendet, belassen. Der Eingang liegt an der Nordseite. Beidseitig des Gewölbes sind in Kappadokien verehrte Heilige abgebildet. Die Fresken stellen links gegenüber dem Eingang Jesus mit der Bibel in der Hand, im Ostteil St. Onesimus, St. Georg und St. Theodorus mit dem Drachen kämpfend, die das wahre Kreuz tragende Helena und Konstantin dar; im Westteil sind die unbekleidete, langhaarige und vor einer Palme stehende Onouphrios und an ihrer Seite die Heiligen St. Thomas und St. Basileos, letzterer ein Buch in der Hand haltend mit segnender Gebärde, zu sehen.
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Küchen-, Lager- und Essräume zwischen den Kirchen
Zwischen der Yilanliı- und der Karanlik-Kirche befinden sich drei miteinander verbundene Räume. Der Erste ist ein Lagerraum mit Vertiefungen in den Wänden für die Vorräte, der Zweite eine Küche mit einem Tandır (Erdofen) und der dritte der Essraum. Hier befindet sich links vom Eingang eine steinerne Platte mit einer steinernen Sitzbank für etwa 40–50 Personen und rechts eine Traubenpresse.


Die Karanlik-Kirche
Sie wurde Ende des 11., Anfang des 12. Jahrhunderts gebaut. Den rechteckigen, überwölbten Vorraum betritt man über eine geschwungene Treppe an der Nordseite. An der Südseite des Vorraums liegt ein Grab. Das Kirchengewölbe hat einen kreuzförmigen Grundriss, eine Zentralkuppel, vier Säulen und drei Apsiden. Sie wird die „Dunkle Kirche“ genannt, weil das Licht nur durch ein einziges kleines Fenster im Vorraum einfallen kann. Das ist auch der Grund für den guten Zustand der Farben, mit denen die Fresken gemalt wurden. Der Vorraum und das Kirchengewölbe sind mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament reichlich geschmückt. Die Fresken stellen u.a. die Reise nach Bethlehem, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, das Abendmahl, den Judas-Kuss, Jesu Himmelfahrt, die Gastfreundschaft des Propheten Abraham und die Drei Jünglinge im Feuerofen dar.


Die St. Katharinen-Kirche
Sie befindet sich zwischen der Karanlik- und der Carikli-Kirche und wurde im 11. Jahrhundert von einer Dame namens Anna in Auftrag gegeben und der heiligen Katharina geweiht. Sowohl Vor- als auch Hauptraum haben einen kreuzförmigen Grundriss, der Hauptraum hat eine Zentralkuppel und Seitengewölbe. In den Boden des reliefgeschmückten Vorraumes sind neun Gräber eingelassen und in die Seitenwände zwei Grabnischen. Die Fresken im Hauptraum stellen an der Apsis die Deesis, darunter in Medaillons die Kirchenväter Gregor, Basileos und Johannes Chrysostomos, im Nordflügel an der Südwand St. Georg zu Pferde, gegenüber St. Theodorus, St. Katharina und andere Heilige dar.


Die Sandalias oder Carikli-Kirche
Die Kirche hat zwei Säulen und zwei Eckpfeiler, ein Kreuzgewölbe, drei Apsiden und vier Kuppeln und stammt aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. Ihr Name stammt vermutlich von den Fußspuren auf dem Fresko, das Jesu Himmelfahrt darstellt. Die Fresken sind in der Regel gut erhalten, weisen lange, große Figuren auf und ähneln denen in der Elmali- und Karanlik-Kirche. Die Darstellungen von Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung und die Kreuzigung selber sind jedoch nur in der Carikli-Kirche vorhanden. Unter der Zentralkuppel sieht man Jesus Pantokrator, umgeben von Medaillons mit Brustbildern von Engeln, an der Hauptapsis die Deesis, an der Nordapsis Maria mit dem Kind, an der Südapsis den Erzengel Michael. Die Wandfresken stellen die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Verklärung, die Reise nach Jerusalem, den Judas-Kuss, die Frauen am leeren Grabe, die Himmelfahrt Jesu und Heilige dar.

Die unterirdischen Städte:Kaymakli, Derinkuyu, Mazi, Tatlarin, Özkonak, Özlüce


Zu den interessantesten und kulturell reichsten Teilen Kappadokiens zählen die 150 bis 200 unterschiedlich großen unterirdischen Siedlungen. In Kappadokien mit seiner Fläche von 25.000 km2 liegen so gut wie alle heutigen Siedlungen über mehr oder weniger ausgehöhltem Grund oder inmitten von Felsenhöhlen. Die Zahl der unterirdischen Siedlungen könnte also noch steigen. Die unterirdischen Siedlungen sind Stockwerk für Stockwerk nach unten erweitert worden. Über die Art der Werkzeuge, die dafür benutzt wurden, oder über andere technische Hilfsmittel lassen sich nur Vermutungen anstellen. Einige der unterirdischen Städte konnten bis zu 30.000 Menschen aufnehmen, eine für frühere Zeiten sehr hohe Zahl. Man kann diese großen Siedlungen also ruhigen Gewissens als Stadt bezeichnen. Kappadokien wurde in alten Zeiten überdurchschnittlich oft von feindlichen und eroberungswütigen Heeren und Horden heimgesucht. Die Bewohner haben deshalb unter ihren Häusern Schutz- und Vorratsräume für sich und ihren Viehbestand angelegt, die sie zum Teil noch heute zwar nicht mehr als Verstecke, aber als Lager- und Vorratsräume benutzen. Der Zugang zu diesen unterirdischen Räumen liegt meistens im Innenhof des Hauses. Der Bedarf an Verstecken wurde im Laufe der Jahrhunderte immer stärker. Deshalb wurden die unterirdischen Anlagen sowohl vertikal als auch horizontal immer größer, tiefer und komplexer.


Kaymakli
Die oberste Etage von Kaymakli wurde als Stallung benutzt. Sie ist allerdings nicht sehr geräumig. Man vermutet, dass in den zurzeit noch nicht freigelegten Etagen weitere Tierställe zum Vorschein kommen. An der linken Seite des Stalles geht man durch eine Öffnung, die mit einer Steintür verschlossen werden kann, durch einen Korridor in eine Kirche hinein. An der rechten Seite des Korridors liegen mehrere Räume für das tägliche Leben. Der in der zweiten Etage befindliche Kirchenraum hat zwei Apsiden, vor denen ein Taufbecken steht, an dessen Seiten man sitzen kann. Die Gräber in dieser Etage liegen direkt neben der Kirche und lassen vermuten, dass es sich um geistliche Persönlichkeiten handelte, die hier zur letzten Ruhe gebettet wurden. Die bisher wichtigste Etage ist die dritte. Hier befanden sich die Küchenvorräte, Saftpressen und Weinkelter. Ein Andresit-Stein mit vielen Vertiefungen fällt auf. Untersuchungen ergaben, dass auf ihm Kupfererz zerkleinert wurde. Dieser Stein wurde nicht von draußen eingebracht, sondern stammt aus der unter der Tuffsteinschicht befindlichen Andresit-Schicht, die beim Aushöhlen der Räume an die Oberfläche kam. Der Stein hat 57 Vertiefungen, in die etwa 10 cm große Kupfererzstückchen gelegt, zerkleinert und zum Schmelzen vorbereitet werden konnten. Diese Technik wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit angewandt. Das in Kaymakli zerkleinerte Kupfererz stammt wahrscheinlich aus der Kupfermine zwischen Aksaray und Nevsehir, die bereits von den ältesten bekannten Bewohnern Kappadokiens, den Leuten von Aflikli-Tumulus, ausgebeutet wurde. In der vierten Etage befinden sich wiederum Saftpresse und Weinkelter, Lebensmitteldepots und feste Standorte für die großen Vorratskrüge. Das beweist, dass die hier lebenden Menschen ein festes soziales und ökonomisches Gefüge hatten. Obwohl erst vier Etagen von Kaymakli freigelegt werden konnten, steht jetzt schon fest, dass es sich hierbei um eine der größten unterirdischen Siedlungen von Kappadokien handelt, wenn nicht um die größte überhaupt, wie sich aus der bisher gefundenen Anzahl der Küchen und Vorratsräume schließen lässt.


Derinkuyu
Die Siedlung liegt 29 km von Nevsehir entfernt an der Autostraße von Nevsehir nach Nigde, reicht etwa 85 m tief in die Erde und weist alle Einrichtungen eines unterirdischen Gemeinwesens auf (Ställe, Vorratsräume, Esssaal, Kirche, Saftpressen usw.). In der zweiten Etage befand sich eine Missionarsschule. Der große Schulraum ist ein in unterirdischen Städten selten anzutreffendes Gewölbe. An den Zimmern rechts liegen Studier- und Arbeitszellen. Nach der dritten und vierten Etage führt eine Treppe direkt in die sechste Etage zu einer Kirche mit kreuzförmigem Grundriss. Ein in 55 m Tiefe befindliches Belüftungsrohr, dass auch zur Wasserversorgung gebraucht wurde, führt an die Erdoberfläche. Von den Wasserleitungen konnte nicht jede Etage profitieren. Einige Wasserrohre hatten keine Öffnung an der Erdoberfläche, weil immer die Gefahr einer Wasservergiftung bestand. Obwohl Derinkuyu seit 1965 zur Besichtigung freigegeben ist, konnten bis heute erst etwa 10% der Stadtanlage freigelegt werden.
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Mazi
Mazi (Mataza) liegt 18 km südlich von Ürgüp und 10 km östlich von Kaymakli. In den Steilhängen über der unterirdischen Stadt sind Grabkammern aus der frühen römischen Zeit eingehauen, auf dem Plateau darüber liegt ein Gräberfeld aus der byzantinischen Zeit. Die Stadt ist in die Hänge des steilen Felsens westlich des Dorfes eingehöhlt. Sie hat vier Eingänge. Der Haupteingang ist ein aus Bruchsteinen gebauter, nicht sehr langer Korridor. Gegenüber dem Eingang liegt ein Raum mit vier Säulen. Die folgenden Stallungen sind im Gegensatz zu denen in den anderen Städten sehr weiträumig. In einem Stall ist in der Mitte eine Vertiefung für das Trinkwasser der Tiere ausgehöhlt, eine Besonderheit von Mazi. Die Größe und Vielzahl der Ställe spricht von dem Wohlstand der Bewohner. Zwischen den Ställen befindet sich ein Raum mit einer Einrichtung zum Saftpressen. In einer Ecke sieht man einen aus Bruchstein gebauten Kamin, durch den Trauben von den kappadokischen Weinbergen ins Innere der Stadt befördert wurden. Nach den Stallungen geht man durch einen kurzen Korridor in die Kirche, die mit einer Steintür verschlossen werden konnte. Die Apsis ist im Gegensatz zu den Apsiden in anderen unterirdischen Städten in eine Ecke an der Längsseite des Kirchenraumes eingehauen. Die Vorderseite ist mit Reliefs verziert.


Özkonak
Die 14 km von Avanos entfernte Siedlung unterscheidet sich von anderen unterirdischen Städten durch ein Belüftungs- und Kommunikationssystem in Form von Löchern mit einem Durchmesser von 5 cm, die einander gegenüberliegend in Decken und Fußböden gebohrt sind. In dem Korridor, der mit einer Steintür verschlossen werden konnte, sind zudem Löcher in der Decke, durch die eventuelle Angreifer mit siedendem Öl übergossen werden konnten. Die sich an den Nordabhängen des Berges Idis hinziehenden Wohnhöhlen und Galerien nehmen eine große Fläche ein und sind durch Tunnel miteinander verbunden. Wie auch in den anderen unterirdischen Städten gibt es in Özkonak eine Zisterne, Saftpressen, Steintüren und ein Belüftungssystem.


Tatlarin
Die Stadt liegt in einem „Kale“ genannten Hügel 10 km von Acigöl entfernt im Kreis Nevsehir. Sie wurde 1975 entdeckt und kann seit 1991 besichtigt werden. In Tatlarin gibt es außer den üblichen Räumen sehr viele Kirchen. Die meisten sind jedoch im Laufe der Zeit eingestürzt, ebenso der Haupteingang. Man betritt die Stadt an der Westseite über zwei andere Räume. Tatlarin hat eine große Ausdehnung, aber erst zwei Etagen sind zu besichtigen. Durch die Größe der Räume sowie Vielzahl der Kirchen und Vorratslager unterscheidet sich Tatlarin wesentlich von den anderen unterirdischen Siedlungen. Sie lassen auf eine Klosteranlage oder Garnison schließen. Vom Eingang führt ein 15 m langer, gewundener Tunnel in einen quadratischen Raum. Dieser kann mit einer Steintür, die in der Mitte eine Öffnung hat, verschlossen werden. An der rechten Seite des Raumes ist eine Schrägung ausgehöhlt, in der drei Skelette gefunden wurden. Dieser Raum wird von den Einheimischen „Zindan“ (Kerker) genannt. Hier befinden sich auch die Toiletten. Rechts des Raumes liegen Vorratslager und Küche aus der byzantinischen Zeit; in der römischen Zeit lagen hier Gräber, wie die Nischen beweisen, die genau jenen in den römischen Felsengräbern gleichen. In der byzantinischen Zeit bewahrte man in diesen Nischen Lebensmittelvorräte auf. Der zweite Eingang ist über die Stallung möglich. Dieser Raum war davor ein Lebensmitteldepot, daran besteht kein Zweifel. Er ist sehr groß und wird von Säulen gestützt. Im Boden befinden sich fünf Aushöhlungen für Vorräte. An der Decke und im Fußboden sind Kommunikationslöcher. Beide Räume sind durch einen Korridor miteinander verbunden, der im Zickzack verläuft, Falllöcher hat und mit einer Steintür verschlossen werden kann.


Özlüce
Diese Stadt die sich im Zentrum des Dorfes Özlüce mit dem alten Namen Zile befindet, liegt an der Nevsehir-Derinkuyu Landstraße, 6 km im Westen von Kaymakli. Im Eingang befinden sich zwei ineinander gehende Räume aus Basalt. Danach erreicht man den eigentlichen Tuff-Felsen durch einen 15 m langen Gang. Die steinernen Räume, die als Eingang zu der eigentlichen unterirdischen Stadt dienen, sind jünger als die Felsräume. Am Ende dieses Korridors befindet sich ein 1,75 m großer Riegelstein aus Granit. Der Hauptraum im Eingang ist der größte Raum der Stadt und besteht aus zwei Teilen. Rechts neben dem grossen Raum, gibt es Getreidedepots, links davon Wohnräume. An den Seiten der sehr langen Galerien gehen zellenartige Räume ab.
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Zelve
Zelve wurde an den steilen Hängen des Aktepe, 5 km von Avanos und 1 km von Pasabaglari entfernt, gegründet. Auf der drei Täler umfassenden Ruinenstätte Zelve stehen die Feenkamine dicht an dicht. Sie laufen spitz zu und haben eine ausladende Form. Wann in den Felsenhöhlen von Zelve das Höhlenleben begonnen hat, ist genau wie in Uchisar, Göreme und Cavusin unbekannt. Zelve war im 11. und 13. Jh. ein wichtiges christliches Gemeindezentrum, in dem Mönche die ersten Seminare abhielten. Die zu Füßen eines Abhangs stehende Direkli-Kirche stammt aus den ersten Jahren des klösterlichen Lebens in Zelve. Die Kirche ist mit Kreuzreliefs geschmückt, ein beliebtes Motiv aus der ikonoklastischen Periode. Bedeutende Sakralbauten aus der Zeit vor dem Bilderverbot sind die Kirchen Üzümlü (Trauben), Balik (Fisch) und Geyik (Hirsch). In dem bis 1952 besiedelten Tal befinden sich außer den Felsenkirchen und -kapellen noch Felsenwohnungen, eine Windmühle, eine Moschee und Taubenschläge.


Die Balikli und Üzümlü-Kirchen / Zelve-Tal
In dem zerstörten Eingangsbereich sieht man über dem Eingang Maria mit dem Kind auf einem Thron, im teilweise zerstörten Hauptgebäude in einem umrahmten Feld den Erzengel Michael mit dem Malteserkreuz in der Hand und den Erzengel Gabriel. Links vom Eingang befindet sich die höhlenähnliche „Südkapelle“, ein Gewölbe mit einer Apsis. An den Apsiswand sieht man ein rot umrandetes Fresko, das Jesus, in der einen Hand ein Buch haltend, die andere segnend erhoben, darstellt, ferner einfache, innen gepunktete Dreiecke und Kreise und im Gewölbe ein eingeritztes Malteserkreuz mit konzentrischen Kreisen.


Pasabaglari (Weinberge des Paschas) und die Höhle des Heiligen Simeon
Das früher „Tal der Mönche“ genannte Pasabaglari liegt 1 km rechts einwärts an der Straße von Göreme nach Avanos und ist voller eigenwillig aussehender Feenkamine mit vielen Häuptern. In viele sind Klöster, Kapellen, Kirchen und Wohnräume eingemeißelt. In einem dreiköpfigen Feenkamin findet man eine Eremitenhöhle und eine St. Simeon geweihte Kapelle. Die Wohnhöhle ist durch einen engen Tunnel erreichbar und besteht aus einem Sitz- und einem Schlafraum mit Steinliege und Ofen und einem Fensterloch dazwischen. Über dem Eingang sind unregelmässige Kreuze gemalt. Der heilige Simeon führte im 5. Jahrhundert in der Nähe von Aleppo ein zurückgezogenes Dasein. Als jedoch ein Geraune entstand, dass er Wunder heilen könne, fühlte er sich durch das Interesse, das ihm die Bevölkerung entgegenbrachte, ziemlich gestört und zog sich erst auf eine 2 m hohe und später auf eine 15 m hohe Säule zurück, um in Ruhe meditieren zu können. Er stieg nur auf die Erde hinab, um das Allernotwendigste von den vielen Gaben, die ihm seine Verehrer brachten und das er zum Leben brauchte, zu sich zu nehmen. Die kappadokischen Einsiedler lebten in den Höhlen der Feenkamine, die oft 10 bis 15 m hoch sind.


Kozakli
Der Ort ist etwa 100 km von Nevsehir entfernt und hieß früher Hamamorta. Kozakli ist ein bekanntes Thermalbad mit natrium- und kalziumchloridhaltigen Thermen und gehört laut Klassifizierung des Verbandes Deutscher Heilbäder zur Gruppe A und C. Das Thermalwasser lindert und heilt nichtentzündliche rheumatische Erkrankungen, Verkalkungsprozesse, Haut-, Knochen-, Sehnen-, Muskel-, Pilzkrankheiten, Durchblutungsstörungen und Frauenleiden.


Cavusin
Cavusin ist eines der ältesten Siedlungsgebiete mit der ältesten Kirche in der Region und liegt 2 km von Göreme entfernt an der Straße von Göreme nach Avanos. Die Johannes dem Täufer gewidmete Kirche in Cavusin stammt aus dem 5. Jahrhundert und steht frei da. Der bei kappadokischen Kirchen seltene Innenhof wurde durch einen herabstürzenden Felsbrocken zerstört. Das Ruinenfeld im alten Cavusin-Tal war der Lebensraum der frühen Christen und frühchristlichen Gemeinschaften. In Güllüdere nahe Cavusin stehen fünf Kirchen. Die Haç (Kreuz)-Kirche neben dem Tal war während der Araberüberfälle gleichzeitig eine Verteidigungsbastion. 
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Die Cavusin (Nicophorus Phokas)-Kirche
Die verhältnismäßig hohe Kirche liegt 2,5 km von Göreme entfernt an der Strasse nach Avanos. Sie wurde 964/965 gebaut und hat einen Hauptraum mit drei Apsiden. Der Vorraum ist zerstört. Die Fresken im Gewölbe stellen die Verkündigung, den Besuch des Erzengels Gabriel bei Maria, den Beweis der Jungfräulichkeit Marias, die Flucht nach Ägypten, den zweiten Traum des Josef, die Weisung der Apostel zum Wege Gottes, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, den Mord an den unschuldigen Kindern auf Befehl des Herodes, den Besuch Marias bei Elisabeth, die Ermordung des Zacharias dar; an der Westseite sind Josef und Maria, die Reise nach Bethlehem, die Geburt, das Abendmahl, den Judas-Kuss, die Weg Jesu ins Reich der Toten und die Taufe zu sehen; an der Nordseite sind es Jesus vor Pontius Pilatus, Jesus auf dem Weg nach Golgatha, Jesus am Kreuz, der Tod Jesu; an der Südseite die Reise nach Jerusalem, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Heilung des Blinden, die Abnahme Jesu vom Kreuz, die Frauen am leeren Grabe und an der Apsis die Verklärung.


Gülsehir
Gülsehir liegt 20 km von Nevsehir entfernt am südlichen Ufer des Kizilirmak. Es hieß in der Antike Zoropassos und später Arapsun. Genau wie Damat Ibrahim Pasa in Nevsehir hat ein anderer osmanischer Großwesir, Karevezir (Schwarzer Wesir) Mehmet Pasa, auch in dem 30 Häuser umfassenden Güsehir viel bauen lassen, unter anderem den nach ihm benannten Moscheenkomplex mit einer Moschee, einer Medresse und einem Brunnen.


Die Acik Saray-Ruinen
3 km von Gülsehir entfernt an der Straße nach Nevsehir befinden sich unzählige künstliche Felsenhöhlen römische Felsengräber und aus dem 9. bis 11. Jahrhundert stammende Felsenkirchen. Acik Saray (Offenes Schloss) war ein bedeutendes Bistum. Eine Kirche nennen die Einheimischen Hacı Veli Bektaş Mescid (islamischer Andachts- und Gebetsraum). Das Kirchengebäude weist islamischen Einfluss auf. Die Kanzel ist bemerkenswert gut erhalten. Die pilzförmigen Feenkamine auf diesem Ruinenfeld findet man in ganz Kappadokien nur hier.


Die St. Johannes-Kirche
In der unteren Etage des Gebäudes am Eingang zu Gülsehir befinden sich ein Kirchengewölbe, ein Weinkeller, ein Wasserkanal, Grabstätten und Räume für die in der Kirche Beschäftigten, in der oberen Etage wiederum ein Kirchengewölbe mit biblischen Fresken. Das untere Kirchengewölbe hat einen kreuzförmigen Grundriss und eine Apsis. Die Zentralkuppel ist eingestürzt. Auf die unverputzten Gewölbewände sind geometrische Motive, stilisierte Tiere und Kreuze mit roter Farbe gemalt. Das darüberliegende Gewölbe hat ebenfalls nur eine Apsis. Der außer den Fresken an der Apsis ziemlich gut erhaltene Raum war mit einer schwarzen Russschicht bedeckt. Die Kirche wurde 1995 unter Leitung von Rıdvan Işler restauriert und zur Besichtigung freigegeben. Die Fresken verlaufen bandförmig an den Wänden. In den Seitengewölben wurden pflanzliche und geometrische Motive vorgezogen. An der Süd- und Westwand ist das in kappadokischen Kirchen äußerst selten anzutreffende Jüngste Gericht abgebildet. Gemäß einer Inschrift an der Apsis wurde die Kirche im Jahre 1212 erbaut. Die Fresken stellen an der Apsis die Deesis, an der Vorderseite, umringt von Vögeln, die Verkündigung, im Gewölbe in Medaillons einige Heilige, im südlichen Gewölbeflügel das Abendmahl, den Judaskuss, die Taufe, darunter den Tod der Maria dar; im nördlichen Gewölbeflügel die Abnahme Jesu vom Kreuz und die weinenden Frauen am leeren Grabe, an der Nord- und Südwand das bereits erwähnte Jüngste Gericht dargestellt.


Hacibektasi
Der Landkreis Haci Bektas Veli liegt 45 km von Nevsehir entfernt. Der Namensgeber Haci (Pilger) Bektas, ein islamischer Mystiker und Denker, ist im 13. Jahrhundert in Horasan im heutigen Iran geboren. Haci Bektas ist im Zuge der allgemeinen Ost-West-Migration der Turkstämme nach Anatolien gekommen, jedoch zu einer Zeit, zu der der Untergang des Seldschukenreiches bereits besiegelt und das ganze Land unter Feudalherren, die einander erbittert bekämpften, aufgesplittert und in Anarchie verfallen war. Haci Bektas zog von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und predigte den Leuten in einer vereinigten Türkei unter dem Dach des Islam eine friedliche Koexistenz zu führen.
Der nach ihm benannte Landkreis hieß ehemals Sulucukarahöyük. Haci Bektas gründete hier eine Schule und lehrte. Zu seinem Programm gehörte auch das Bemühen, die türkische Sprache und Kultur zu erhalten und sie von fremden Einflüssen zu befreien. Die Geschichte der Region reicht bis in die späte Bronzezeit zurück. Hethiter, Phryger, Hellenen und Römer lebten hier, wie die bei archäologischen Grabungen zu Tage gekommenen Funde, die heute im archäologischen Museum von Hacibektasi ausgestellt sind, beweisen.
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Das Hacibektasi Veli-Museum
Das Museum besteht aus einem Moscheen-Komplex mit einer Moschee, einer Wäscherei, einer Armenküche, einem Badehaus, einem Gästehaus, mehreren Brunnen und drei Türben, weiteren Grabstellen und drei Innenhöfen. Hier zog sich Haci Bektas Velu auch zu Meditations- und Bußübungen zurück. Der hölzerne Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Haci Veli Bektas ist mit einer grünen Decke verhüllt. Der Raum ist mit Kerzenleuchtern und Kalligraphien geschmückt.


Mustafa Pasa (Sinasos)
In der 6 km südlich von Ürgüp gelegenen Kleinstadt haben noch im frühen 20. Jahrhundert orthodoxe Griechen gelebt, deren Häuser eine außerordentlich reiche Bearbeitung der Steine aufweisen. Die bekanntesten Sakralbauten im Gömede-Tal sind die Alakara-Kirche und die St. Basileos-Kapelle und in Mustafa Pasa die Konstantin und Helena-Kirche, die Klostertal-Kirche und die Hagios Vassilios-Kirche.


Die St. Basileos-Kapelle
Sie liegt am Westhang des 2 km westlich von Mustafa Pasa befindlichen Gömede-Tals. Die zweigeteilte Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss, eine gerade Decke, zwei Apsiden und wird von zwei Säulen gestützt. An den rot bemalten Wänden im rechten Teil nehmen Nischen zwischen säulenförmigen Halbreliefs ihren Platz ein. Der linke Teil ist reich mit pflanzlichen und geometrischen Motiven geschmückt. Neben dem auf das Tal blickenden und zum Teil zerstörten Eingang liegt ein Grab, das wahrscheinlich die sterblichen Überreste des Erbauers der Kirche beinhaltet. Die Kapelle stammt vermutlich aus der ikonoklastischen Periode (726–843) oder aus einer noch späteren Zeit.


Üchisar
Die Burg Üchisar liegt 7 km von Nevsehir entfernt und ist die höchste Bodenerhebung im Gebiet. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Üchisar-Tal und die Umgebung. Wann die Erstbesiedlung stattgefunden hat, ist unbekannt. Die Zugänge zu den einzelnen Räumen können genau wie in den unterirdischen Städten in den meisten Fällen mit einer großen Steinscheibe verschlossen werden. Auffallend an der Burg sind ihre vielen, jedoch heute überwiegend eingefallenen Stockwerke. Einige Feenkamine im Norden, Westen und Süden der Burg sind von den Römern ausgehöhlt und als Grabkammern benutzt worden. Sowohl an den Hängen des Burghügels als auch im Burgbereich selber sind nur wenige Felsenkirchen vorhanden. Ein Grund dafür könnte das nahe gelegene Göreme sein, wo sie in hoher Anzahl zu finden sind. Eine weitere Besonderheit Uchisars sind die vielen Taubenschläge (güvercin evleri) in den Feenkaminen. Da den Bauern von Üchisar nicht genügend Ackerland zur Verfügung steht, müssen sie das wenige, das sie haben, auf bestmögliche und ergiebige Art und Weise nutzen. Um das zu erreichen, düngen sie mit Taubenmist.


Das Ihlara-Tal
Ihlara ist 40 km von Aksaray entfernt und über die Autostraße Aksaray-Nevsehir erreichbar. Nachdem die Lavaschicht nach dem Ausbruch des Hasandağı erkaltet war, setzte der Erosionsprozess ein. Es entstand ein 14 km langer Canyon mit 100 bis 150 m hohen Steilhängen, der bei Ihlara beginnt, bei Selime endet und den der Melendiz durchfließt. Über das Tal hinweg sind unzählige Felsenkirchen, -kapellen, -gräber, -wohnungen und -klöster in die Steilwände eingehauen worden. Viele sind durch Tunnel miteinander verbunden. Die geomorphologische Struktur des lhlara-Tals ist wie geschaffen für Geheimverstecke als Zuflucht vor Verfolgungen aller Art und für einsiedlerische Mönche und andere Gläubige. Die Fresken in den Kirchen und Klöstern umspannen einen Zeitraum vom 5. bis zum 13. Jahrhundert. Die Ihlara-Kirchen und Fresken lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die unter östlichem Einfluss stehenden in der Nähe von Ihlara, die sich deutlich von der kappadokischen Architektur und Malerei unterscheiden, und diejenigen bei Belisirma, die rein byzantinischer Natur sind. Inschriften aus der byzantinischen Zeit kommen im Ihlara-Tal sehr selten vor. 500 m vom Dorf Belirsirma entfernt steht die St. Georgs-Kirche (Kirkdamalti), wo auf einer Inschrift der Seldschukensultan Mesud II. (1282) und der byzantinische Kaiser Andronikos II. erwähnt sind. Diese Inschrift spricht zudem für die Toleranz, mit der die damals in der Region herrschenden Seldschuken Andersgläubigen begegneten. Die am besten erhaltenen Kirchen sind neben der Georgs-Kirche die Agacalti-, die Pürenliseki-, die Kokar- und die Yilanli-Kirche.
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Güzelyurt (Gelveri)
Die Siedlung liegt 45 km von Aksaray und 15 km vom Ihlara-Tal entfernt. Die überwiegend in die Felsen gehauene und heute noch bewohnte Siedlung hat mit ihren Steinhäusern aus dem 19. Jahrhundert unter den kappadokischen Städten einen besonderen Stellenwert. Für das Christentum ist Güzelyurt wegen Gregor von Nazianus, der hier gelebt und den Ort zu einem bedeutenden christlichen Zentrum gestaltet sowie an der Dreifaltigkeitslehre mitgewirkt hat, von besonderer Bedeutung. Die Kirchen von Güzelyurt heißen Yüksek-(Hoch oder Hohe), Kizil (Rote), Silvisli (Eigenname), Ahmatli (Eigenname) und Koc (Stier). 


Aksaray
Die Stadt liegt in einem weiten Tal an den Ausläufern des Hasandag am Schnittpunkt der Ost- mit Westanatolien und Nord- mit Südanatolien verbindenden Autostraßen. Aksaray war besonders unter den Römern ein bedeutendes Siedlungszentrum. Ihren früheren Namen verdankt die Stadt dem kappadokischen König Archelaos. Im 11. Jahrhundert geriet Aksaray unter die Herrschaft der Seldschuken, die der Stadt ihren heutigen Namen gaben. Das älteste seldschukische Bauwerk in Aksaray ist das aus rotem Ziegelstein erbaute Kızıl (rote) oder Eğri (schiefe) Minarett im Stadtzentrum. Wann das Minarett, manchmal „Turm von Pisa“ genannt, seine Schieflage bekam, ist nicht mehr feststellbar.
Weitere bedeutende Bauwerke sind die Ulu (Große)-Moschee und die Zinciriye-Medresse aus dem 15. Jahrhundert. Das Ihlara-Tal und der Kreis Güzelyurt liegen in der Provinz Aksaray.


Das Eski Gümüsler-Kloster
Eski Gümüsler ist eine Klosterkirche im Dorf Gümüsler, 8 km nordöstlich von Nigde an der Straße nach Kayseri gelegen. An der West-, Süd- und Ostseite des Hofes sind Felsengräber in die Wände gehöhlt, an der Nordseite steht die Kirche. Die Fresken stellen die Geburt und Jesus im Tempel dar und sind sehr detailliert und sorgfältig ausgeführt. An der Apsis sieht man die Deesis und die Apostel sowie Maria in verschiedenen Stellungen und Situationen, Heilige und Engel.


Soganli
Das Tal erstreckt sich 25 km östlich der unterirdischen Stadt Derinkuyu und 40 km südöstlich von Ürgüp im Kreis Yesilhisar in der Provinz Kayseri. Das Gebiet Soganli mit seinen Kratern und Plateaus ist, abgesehen vom Erosionsprozess, durch Erdbeben entstanden. Einer der beiden Talabschnitte ist seit der römischen Zeit ununterbrochen besiedelt. Die in die Felsenhänge eingehauenen Höhlen haben die Römer als Grabstätten und die Byzantiner als Kirchen benutzt. Die Fresken stammen aus dem 9. bis 13. Jahrhundert. Die bedeutendsten Sakralbauten von Soganli sind die Karabas-Kirche (Schwarzkopf-Kirche), die Yilanli-Kirche (Schlangen-Kirche), die Kubbeli-Kirche (Überkuppelte-Kirche) und die Barbara- oder Tahtali-Kirche (mit Brettern).


Seldschukische Bauten in Kappadokien
In der Blütezeit des Reiches der Anatolien-Seldschuken waren alle Siedlungen durch ein Straßennetz miteinander verbunden. Prachtvolle Brücken, Burgen, Karawansereien, Medressen, Moscheen und Türben wurden errichtet. Die Baugelder stammten aus den von Sultanen, Wesiren und Reichen eingerichteten Stiftungen.

Moscheen

Taskinpasa-Moschee in Ürgüp
Die Moschee im Zentrum des Dorfes Damsa im Kreis Ürgüp (Provinz Nevsehir) stammt aus der Zeit der Karamanen. Das Portal, aus unverständlichen Gründen heute mit weißer Kalkfarbe überpinselt, ist mit einem breiten Steinfries voller geometrischer Motive umrandet. Die Moschee ist aus regelmäßig geformten Steinen gebaut, hat drei Abschnitte und elf Überwölbungen, die sich auf Steinsäulen mit Marmorkapitellen stützen. Das Ganze ist mit einem Flachdach aus Lehm bedeckt. Die Gebetsnische aus geschnitztem Walnussholz, umrandet von Arabesken und Koransprüchen, ist das einzige erhalten gebliebene Kunstwerk aus jener Zeit und steht im ethnographischen Museum in Ankara.
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Alaaddin-Moschee in Nigde
In der Frühzeit des Seldschukenreiches wurde sie unter der Herrschaft eines Seldschukensultans und 1223 gebaut. Eine Inschrift über dem Portal trägt die Namen des Bauherrn und der Baumeister. Zu beiden Seiten der Inschrift sieht man Steinreliefs mit löwenähnlichen Frauenköpfen oder frauenähnlichen Löwenköpfen. Die Ränder des Torbogens ähneln einem Sägeblatt. 

Karawansereien

Für die Handelsbeziehungen in der seldschukischen Periode war außer dem Bau von Straßen der von Karawansereien und Rasthäusern charakteristisch. Hier konnten sich die Reisenden ausruhen und ihren Bedarf sowie den ihrer Tiere decken. Die Karawansereien stammen aus Mittelasien und entstanden unter den Karamanen, Gasneviden und Groß-Seldschuken. Ursprünglich waren sie kleiner, hießen ribad und dienten nur militärischen Zwecken. Dann wurden sie aus Gründen missionarischer Aktivitäten und zur Verpflegung und Unterbringung der Durchreisenden vergrößert. Besonders während der Regierungszeit der seldschukischen Sultane Kılıçarslan II. und Aladdin Keykubat I. stieg der Bau von Karawansereien stark an und bestehende wurden aus oben genannten Gründen vergrößert. Den Schutz der Karawansereien gewährleistete der Staat. Für irgendwelche Verluste, die dem Reisenden auf dem Weg entstanden, leistete der Staat Schadenersatz. Es bestand also eine Art Reiseversicherung. Der inländische und zwischenstaatliche Handel entwickelte sich unter den Seldschuken zu hoher Blüte. Parallel zu der steigenden wirtschaftlichen Macht der Seldschuken stieg ihr politischer Einfluss. In den Karawansereien erhielt jeder, egal ob Einheimischer oder Fremder, drei Tage Unterkunft und Verpflegung. Seine Schuhe wurden repariert, die Armen erhielten neue Kleidung, Kranke wurden behandelt, Tiere verpflegt, Pferde beschlagen. Religiösen Verpflichtungen ging man im „mescid“ nach, der islamischen Kapelle, die meistens mitten im Innenhof steht und das wichtigste Gebäude einer Karawanserei ist. Um den Innenhof herum gruppieren sich Schlafräume, Stallungen, Vorratslager, Toiletten und das Badehaus. Die Schlafräume wurden mittels Holzkohle- oder Erdofen beheizt und mit Kerzen oder Öllampen beleuchtet. Sämtliche Dienstleistungen für Mensch und Tier wurden von Karawanserei-Bediensteten ausgeführt.
Das Baumaterial für die kappadokischen Karawansereien ist behauenes Vulkangestein. Die Mauern einer Karawanserei sind aus Sicherheitsgründen sehr hoch und dick und ähneln Stadtmauern. Eines der schönsten Beispiele seldschukischer Steinbearbeitung sieht man an einem „taç kapı“ (Steintür) genannter Portalbogen. Die Tore ähnelten Burgtoren und waren aus Eisen. Zu dekorativen Zwecken wurden überwiegend geometrische Motive und stilisierte Pflanzen dargestellt. Der Abstand zwischen den einzelnen Karawansereien betrug jeweils 40 bis 50 km, eine Tagesreise. Eine Route führte über Antalya, Konya, Aksaray und Kayseri nach Erzurum in den Iran und über Täbris nach Turkmenien, eine weitere an der Schwarzmeerküste entlang über Amasya nach Tokat, Sivas, Malatya und Diyabakir in den Irak. Die kappadokischen Karawansereien liegen an den Schnittpunkten der Nordsüd- und Ostwest-Routen und zählen zu den schönsten Beispielen seldschukischer Architektur.


Karawanserei Sultanhan in Aksaray
40 km von Aksaray entfernt an der Autostraße nach Konya liegt die Karawanserei in dem gleichnamigen Dorf. Sie wurde unter Seldschukensultan Alaaddin Keykubat im Jahre 1223 erbaut und ist ein Vorzeigebeispiel unter den seldschukischen Bauten ihrer Art. Den rechteckigen Innenhof betritt man durch ein prachtvolles Tor. In der Mitte des Innenhofes steht das „köşk-mescid“, an der rechten Seite sind Arkaden, an der linken Schlaf- und Vorratsräume sowie ein zweites Eingangstor. Der Portalbereich gehört zu einem Gewölbe, dessen Spitzbogen von 32 Säulen, die in vier Reihen zu je acht Stück angeordnet sind, getragen werden. Das Licht fällt durch „fener“ konische und kuppelig verglaste Öffnungen.


Karawanserei Agzikarahan in Aksaray
Die am besten erhaltene aller seldschukischen Karawansereien liegt 15 km an der Autostraße von Aksaray nach Nevsehir. Der Bau begann 1223 unter Alaaddin Keykubat und wurde unter dessen Sohn Keyhüsrev fertig gestellt. Gegenüber dem Portal liegt das auf vier Bogen ruhende „köflk-mescid“. Die geschlossenen Räume der Karawanserei liegen links des Nebeneingangs.


Karawanserei Sarihan in Avanos
Die Sarihan-Karawanserei liegt 15 km südöstlich von Nevsehir im Kreis Avanos und 6 km nördlich von Ürgüp im Damsa-Tal an der Ostwest-Achse Aksaray–Kayseri. Sie wurde 1249 unter Sultan Izettin Keykavus II in Auftrag gegeben und ist auf einer Fläche von 2000 m2 erbaut. Das Baumaterial sind sorgfältig behauene gelb-rötlich-hellbraune Steine. Sowohl für die Umrandung des riesigen Portals als auch für die Mauern wurden aus dekorativen Gründen Steine in zwei Farben verwendet. Das im oberen Abschnitt teilweise zerstörte Portal ist mit geometrischen Motiven umrandet. Das „kösk-mescid“ befindet sich ausnahmsweise nicht in der Mitte des Innenhofes, sondern wurde im Portalbereich gebaut. Die Tornische des sich zum Innenhof öffnenden Gebäudes ist abgestuft. Am Ende der linken Hofseite verläuft ein Säulengang mit Brunnen, an der linken Seite liegen die Ruheräume und das Badehaus. In einigen Steinen des Säulenganges sind die Zeichen der Steinmetze eingeritzt. Die Stallungen ähneln denen in Sultanhan und Ağzıkarahan. Sie sind mit einer schlichten Kuppel überdacht. Die oberen Abschnitte der Karawanserei waren größtenteils zerstört und sind 1991 originalgetreu restauriert worden. Sarihan war die letzte seldschukische Karawanserei, die gebaut wurde.
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Profanarchitektur Kappadokiens
Neben den in die Felsen eingehöhlten Unterkünften wurden im 19. Jahrhundert auch Häuser aus Stein gebaut, dem einzigen Material, das in Kappadokien überreichlich vorhanden ist. Das Vulkangestein ist, wenn es aus dem Steinbruch kommt, sehr leicht zu bearbeiten. Es wird erst nach längerem Kontakt mit der Luft fest und widerstandsfähig. Dieser Faktor prägte die Profanarchitektur des Gebietes. Haus- und Hoftüren, Fensterrahmen und

-läden sind aus Holz, die steinernen Umrandungen reich mit Ranken, Rosetten usw. geschmückt. Die Fenster sind zwei- oder dreiflügelig oder nach oben zu verschieben. Die Fassadenvorsprünge zwischen den einzelnen Etagen sind ebenfalls reich mit stilisierten Blumen, Palmetten, Rosetten, Sternen und windmühlenähnlichen Gebilden und sehr oft mit einem den Troddelgardinchen ähnelnden Halbrelief geschmückt. Zu jedem Haus gehören ein Innenhof, Küche, Vorratsräume, Erdofen, Saftpresse und meistens viele Zimmer. In den Gästezimmern sind die Nischen auf weißgekalktem Grund bunt bemalt, unter den Fenstern mit den Häkel- und Troddelgardinchen sind Bilder von blumengefüllten Vasen oder Wasser tragenden Frauen zu bewundern. Die interessantesten Beispiele regionaler Architektur aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sind zwar über ganz Kappadokien verstreut, am eindrucksvollsten aber in Ürgüp, Ortahisar, Mustafapasa, Üchisar, Göreme, Avanos und in der Provinz Kayseri in Güzelöz und dem benachbarten Basköy sowie in der Umgebung des Ihlara-Tales, vor allem in Güzelyurt.
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Die Taubenbehausungen
Im Islam symbolisiert die Taube Familienzusammengehörigkeit und Frieden, im Christentum den Geist Gottes, und außerdem ist sie die Beschützerin der Quellen, vermutlich, weil sie so oft trinken muss. Deshalb werden alle Taubenschläge in der Nähe von Wasser gebaut. Allerdings nicht nur aus ideellen Gründen, sondern auch aus sehr realistischen, nämlich zur Düngergewinnung, sind in Kappadokien unzählige Taubenschläge in Feenkaminen, Felsenkirchen und römischen Felsengräbern eingerichtet worden, die meisten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, einige seltene stammen bereits aus dem 18. Jahrhundert. Den meisten Kappadokien-Besuchern fallen sie gar nicht auf. Sie sind jedoch in Hinblick auf ihre in Kappadokien sehr seltenen Beispiele in der islamischen Kunst von Bedeutung. Die Taubenschläge in sämtlichen Tälern Kappadokiens liegen immer in den oberen Abschnitten der Steilhänge oder Feenkamine. Sie messen 5 bis 10 m im Quadrat, in drei der Wände sind Nischen eingehöhlt, wo die Tiere nisten und ihre Eier ausbrüten können, oft sind auch nur Sitzstangen wie in einem Hühnerstall montiert. Sämtliche Öffnungen sind zugemauert bis auf einen engen Tunnel oder ein treppenähnliches Gebilde, durch den oder über das die Tauben in den Taubenschlag gelangen. Er wird einmal im Jahr geöffnet, um den Taubenmist herauszunehmen, mit dem die umliegenden Gärten und Weinberge gedüngt wurden und zum Teil noch werden. Zu Taubenschlägen umfunktionerte Sakralbauten sind die Cavusin-Kirche im gleichnamigen Dorf, die Marienkirche (Kusluk gleich Vogelhaus) in Göreme oder die Kirchen im Karsibucak-Tal. Das hatte übrigens den Vorteil, dass die Fresken in den genannten Kirchen noch bemerkenswert gut erhalten sind, da sie schädlichem Lichteinfluss über längere Zeit nicht ausgesetzt waren. Einheimische Künstler haben die Taubenschläge mit traditionellen Motiven und Darstellungen aus dem sozialen Umfeld bemalt. Die Farben dafür gewann man aus Holz, Wurzeln, Pflanzen und die überwiegend rote Farbe aus einem „yoşa“ genannten eisenoxydhaltigen Erd-Schlamm-Gemisch. Der weiße Verputz wurde aus Gips und Eiweiß angerührt. Er schützte vor Fuchs, Marder und Wiesel, die daran abglitten, wenn sie, falls sie Appetit auf Tauben und Taubeneier hatten, in den Taubenschlag klettern wollten. Im Westen der Burg von Üchisar schützte man die Taubenschläge mit Blech und Zinkplatten vor Raubtieren. An den Taubenschlägen wurden an die hundert verschiedene Motive festgestellt. Die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden sind schlichte mystische Symbole. In den Tälern von Göreme, Cavusin und Zelve sind alle Taubenschläge am rechten und linken Rand mit dem Schicksalsrad verziert. Es ist eines der ältesten anatolischen und dem Schamanentum entstammenden Motive, das die vier Richtungen des Windgottes und heute das sich ständig wendende Schicksal und die sich drehende Welt symbolisiert. Verbreitet ist auch das Granatapfelmotiv. Häufig kommt der Lebensbaum vor, ebenfalls ein Schamanensymbol, der am Wege zum Jenseits steht. Auf den Zweigen sitzen Vögel, die den Baum schützen und den Wanderer ins Jenseits begleiten. Der Baum dient auch dem Schutz des Ehebündnisses und des Wohlstands der Familie und wacht über ein gesundes Leben aller. Alttürkische Inschriften besagen, wer den Taubenschlag erbaut hat und wann, und enthalten die erste Koransure, mit der Großmut und Macht Allahs gepriesen wird. Titel o. ä. des Besitzers werden so gut wie nie erwähnt. Die meisten Taubenschläge in Kappadokien stehen in den Tälern von Uchisar, Göreme - Kiliclar und Güllüdere, Uzengi (Ürgüp), am Balkan-Fluss, im Kizilcukur-Tal (Ortahisar), im Cat-Tal bei Nevsehir und bei Soganli in der Provinz Kayseri.

Türben

Das Wort Türbe stammt aus dem Arabischen und bedeutet überkuppeltes Grab, im Persischen wird es mit „Gebäude, das überkuppelt ist“ übersetzt. In den Türben wurden Sultane und hohe Würdenträger, Dichter und Denker beigesetzt. Die Türben in Turkmenien ähneln Zelten. Vor der islamischen Zeit wurden die Toten gewaschen, in ein Leinenhemd gekleidet und zum Mumifizieren in einen Holzsarg unter ein Zelt gestellt, bis sie im Sommer oder Herbst begraben wurden. Diese alte Sitte legte den Grundstein zum Bau der Türben. Die frühen Türben sind aus Stein oder Ziegelstein gebaut, später wurden nur noch behauene Steine verwendet. Sie stehen oft innerhalb eines Moscheekomplexes oder in der Nähe von Moscheen oder Medressen. Die Türben sind im Allgemeinen zweistöckig. In den Unterbau führt eine Treppe. Hier wurde der Tote begraben oder auch in einen Holz- oder Steinsarkophag gelegt und für ihn in der Gebetsnische gebetet. Oft wurde auch nur symbolisch ein Sarg aufgestellt, während der Tote normal begraben wurden. Tor- und Fensterbogen sowie Umrandungen weisen im Allgemeinen reiche Verzierungen aus geometrischen Motiven und stilisierten Pflanzen auf. Bekannte Türben in Kappadokien sind das Çifte Kümbet (Doppelte) und das Döner Kümbet (Dreh), die Huand Hatun-Türbe (Eigenname) in Kayseri, die Hüdavend Hatun (Eigenname).
Sehenswert sind vor allem die Türbe in Nigde, die Taskinpasa (Eigenname) und die Alti Kapili Türbe (Sechstürige) in Ürgüp.

Kulturzentren und Museen

Staatliche Kunstgalerie - Kültür Merkezi-
Adr.: In Nevsehir
Tel.: (0384) 213 17 26
Fax: (0384) 213 42 60 


Nevsehir Museum
Adr.: In Nevsehir
Tel.: (0384) 213 14 47
Fax: (0384) 212 43 38


Hacıbektas Museum
Adr.: Nevsehir Caddesi/Nevsehir
Tel.: (0384) 441 30 22


Ürgüp Museum
Adr.: Kayseri Caddesi No: 39
Tel.: (0384) 341 40 82


Kulturzentren
Es gibt einen für Theater- und Konferenzaktivitaten ausgerichteten Saal für 184 Personen,einen Ausstellungssaal (480 m2), eine Bibliothek (480 m2) und ein Museum (690 m2).

Korrespondenzadresse:
Hasan Emmi Türbesi Yanı 350,
Evler Mahallesi No: 5/Nevsehir

Tel.: (0384) 213 54 50
Fax: (0384) 212 43 38


Direktion der staatlichen Galerie für schöne Künste -Kültür Merkezi-
Adr.: In Nevsehir
Tel.: (0384) 213 17 26
Fax: (0384) 213 42 60

Restaurants

Restaurants

In Kappadokien gibt es zahlreiche Restaurants, wo leckere Speisen und Hausweine angeboten werden. Besonders empfehlenswert sind Restaurants, die sich in den Felsenhöhlen befinden.


Restaurants Avanos

Das Altinocak Restaurant in Avanos bietet traditionelle türkische Küche in drei authentischen, wunderschönen Räumlichkeiten mit einem herrlichen Ausblick auf den längsten Fluss der Türkei, den Kizilirmak. Hier gibt es eine Reihe von abwechslungsreichen Veranstaltungen, wie z. B. Derwisch-Tänze, anatolische Volkstänze, Bauchtanz etc.

Adr.: Hasankalesi Mevkii, Eski Tuz Yolu No: 95
Tel.: (0384) 511 43 57 - 511 23 85
Fax: 0384 511 27 23
Website: www.altinocak.com 


Das Restaurant Bizim Ev besteht aus zwei historischen Häusern, die im alten Stil restauriert und dekoriert wurden. Es hat vier Bereiche: einen Höhleneingang, ein Höhlenweindepot, einen Salonbereich mit traditionellen Steinrundbögen und eine Holzdachterrasse. Hier finden Sie eine große Auswahl an köstlichen türkischen Speisen und Nachspeisen.

Adr.: Orta Mahallesi Baklacı Sokak No: 1
50500 Avanos
Tel.: (0384) 511 55 25 
Website: www.bizim-ev.com 


Restaurants Ürgüp

Das Han Çirağan bietet sehr gute Küche, Teigtaschen (mantı) gehören zu ihrer Spezialität.

Im Zentrum unter Lauben bietet das Şömıne eine reichhaltige Speisekarte.

Shopping

Shopping

In den Kleinstädten gibt es viele Geschäfte in denen man von Lebensmitteln bis Souvenirs alles erhalten kann. Verpassen Sie nicht einen der Bauernmärkte der Umgebung.

Krankenhäuser

Krankenhäuser

Staatliches Krankenhaus in Nevsehir
Adr.: Kara Yazı Mevkii
Tel.: (0384) 215 33 00
Fax: (0384) 215 03 67

Staatliches Krankenhaus in Ürgüp
Adr.: In der Innenstadt
Tel.: (0384) 341 40 31

Staatliches Krankenhaus in Kayseri
Tel.: (0352) 336 88 84
Fax: (0352) 320 73 13

Staatliches Krankenhaus in Develi
Adr.: Ca. 40 km von Kayseri
Tel.: (0352) 621 60 20
Fax: (0352) 621 62 23 

Verkehrsverbindungen

Verkehrsverbindungen

Entfernung von Kayseri

Richtung Nord/West
Ankara: 387 km
Bursa: 786 km
Istanbul: 822 km

Richtung Süd
Adana: 329 km

Richtung Süd/West 
Antalya:710 km

Reiseleitung

Reiseleitung

Reiseleitung in Gümüldür


Diana Travel (Zentrale)

Altınova Sinan Mah.
Serik Cad. No 405
Antalya
Tel.: (0242) 340 40 50

Tourist Information


Tourist Information in Kayseri
Adr.: Kagni Pazarı No: 61
Tel.: (0352) 222 39 03 – 231 92 95
Fax: (0352) 222 08 79


Tourist Information in Nevsehir
Adr.: Atatürk Bulvarı, Hastane önü
Tel.: (0384) 213 36 59 – 213 96 04
Fax: (0384) 213 11 37

Klimatabelle

Klimatabelle Kappadokien

Klimatabelle Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Tag (°C) 4 6 11 21 23 26 27 28 25 18 13 6
Nacht (°C) -4 -3 0 9 8 12 14 16 10 4 2 -1
Wasser (°C) - - - - - - - - - - - -
Sonnenstd./Tag 3 h 4 h 6 h 8 h 10 h 11 h 12 h 12 h 10 h 6 h 5 h 3 h

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