Soziale Verantwortung und Umweltbewusstsein im Tourismus

Futouris ist eine gemeinnützige Organisation,deren Mitglieder Unternehmen der Tourismusbranche sind. Futouris unterstützt weltweit ökologische und soziale Projekte, die zur Verbesserung der Lebensverhältnisse, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz von Umwelt und Klima beitragen.

Engagiert für Nachhaltigkeit - Für eine lebenswerte Zukunft
Nachhaltigkeit heißt, Umwelt und Ressourcen zu schonen und für nachfolgende Generationen zu bewahren. Unsere Kinder und Enkelkinder haben ein Recht auf eine intakte Umwelt und auf die Möglichkeit zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Im Tourismus sind die Ressourcen, die es zu erhalten gilt, Wasser, Energie, lokale Kultur und Landschaft. Nachhaltiger Tourismus schafft außerdem sichere und gerecht bezahlte Arbeitsplätze.
Travellife zertifiziert Hotels für nachhaltiges Wirtschaften und die Nachhaltigkeitsinitiative Futouris fördert weltweit Projekte.
Futouris mit ÖGER TOURS

Taste the Culture – Nachhaltiges Speisenangebot in Urlaubshotels

Die Projektphase „Test der Kommunikationsmittel und Gästebefragung“ wurde erfolgreich abgeschlossen.
Essen ist ein zentraler Bestandteil des Urlaubserlebnisses und bleibt durch gezielte Kommunikation noch besser in Erinnerung. Wenn Hotelgäste wissen, was Leckeres auf ihren Tellern liegt, führt das zu einer unmittelbaren Verhaltensänderung: Es werden mehr lokale Produkte gegessen und es bleiben weniger Reste auf dem Teller!

• Die Menge an essbaren Speiseresten (Tellerabfall) wurde um 27% reduziert!
• Die Verzehrmenge von Produkten aus der Umgebung („local heroes“) stieg um mehr als 100%.
Spitzenreiter waren Oliven und Zopfkäse.

Das ist das beeindruckende Ergebnis unserer Testphase im Hotel Paloma Pasha in Özdere in der Türkischen Ägäis, die wir im Rahmen unseres Projektes „Taste the Culture“ im Oktober durchgeführt haben.
Wissen macht mmmh - Unser Experiment zeigt ganz klar, dass Genuss nicht nur über den Gaumen und die Augen entsteht, sondern auch der Verstand mitisst. Informierte Esser essen bewusster und wählen gezielter aus, sie genießen intensiver.
Wenn Sie mehr wissen möchten:
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Die Paloma-Hotels bieten schon seit Längerem auf ihren Buffets lokale Produkte an, die größtenteils aus biologischem Anbau vom Degirmen-Hof in Davutlar stammen. Gürsel Tonbul hat sich hier ihren Lebenstraum verwirklicht: einen eigenen Bauernhof, in dem Obst und Gemüse auf natürliche Weise angebaut und nach traditioneller Art verarbeitet werden.

Die Gäste in den Paloma-Hotels profitieren von einer frischen, regionalen Küche und gesunden Speisen. Was ändert sich an ihrem Essverhalten und an ihrer Wertschätzung eines nachhaltigen Speisenangebots, wenn sie über die Art und Herkunft der verwendeten Produkte informiert werden und welche Kommunikationsinstrumente sind am wirksamsten? Dieser Frage wollten wir in unserer Testphase nachgehen.

Als Test-Mahlzeit bot sich das Frühstück an, weil an dieser mehr oder weniger alle Hotelgäste teilnehmen.

In der ersten Woche der Testphase wurden die Verzehrmengen ausgewählter lokaler Produkte gemessen, außerdem die Menge der auf den Gästetellern verbliebenen essbaren Speisereste. Abfallreduktion stand zwar nicht im Mittelpunkt unseres Tests, ist aber ebenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und kann dem Hotelier helfen, Kosten zu sparen. In dieser Woche fand noch keinerlei Kennzeichnung von Produkten statt. Den Abschluss der ersten Woche bildete die Gästebefragung mithilfe eines von Dagmar Lund-Durlacher und ihrem Team an der Modul-Universität Wien entwickelten Fragebogens. Dieser ermittelt neben den soziographischen Daten (Alter, Geschlecht, Herkunft, Bildungsstand) auch die allgemeine Wahrnehmung des Hotels und des Speisenangebots.
Die zweite Woche verging ohne Aktivitäten und sollte lediglich den Gästewechsel sicherstellen, um möglichst auszuschließen, dass zweimal der gleiche Gast befragt wurde.

Die dritte Woche begann mit „Bastelarbeiten“, weil die zuvor gedruckten Kommunikationsinstrumente noch geklebt und gefaltet werden mussten, um für ihren Einsatz bereit zu sein. Lokale Produkte am Buffet erhielten einen kleinen Sticker mit der Aufschrift „Local Hero – Ich bin von hier“, zu verschiedenen Produkten (zum Beispiel Oliven und Zopfkäse) gab es am Buffet Aufsteller mit Erläuterungen. Die Gästetische wurden mit Aufstellern versehen, die Informationen zu lokalen Produkten enthielten, außerdem gab es an den Eingängen ins Restaurant gut sichtbare Aufsteller – alles in drei Sprachen, Deutsch, Englisch und Französisch. Wieder erfolgten in der gesamten Woche die Messungen von Verzehrmengen und Mengen an essbaren Tellerresten, um Vergleichsdaten zu erhalten. Am Ende der Woche wurde wieder die Gästebefragung durchgeführt, diesmal erweitert um gezielte Fragen zu den eingesetzten Kommunikationsinstrumenten, die ebenfalls an der Modul-Universität entwickelt und zuvor bereits einmal auf Gran Canaria getestet worden waren.

Das Ergebnis stimmt äußerst optimistisch: Die Abfallmenge auf den Gästetellern (essbare Speisereste) konnte um 27,5 %, also um mehr als ein Viertel reduziert werden. Die vergleichsweise geringe Veränderung in diesem Bereich zeigt, dass Paloma Pasha im Branchenvergleich schon vorher gute Werte vorzuweisen hatte. Die Befragung ergab, dass das Konsumverhalten der Teilnehmer sich geändert hatte: Während in der ersten Woche die meisten Befragten angaben, mehr als im Alltag gegessen zu haben, lauteten die Angaben in der dritten Woche „genau so viel“ bzw. „weniger als sonst“. Statt sich ihre Teller vollzuladen, gingen die Gäste lieber häufiger, aber gezielt zum Buffet.

Allgemein konnte eine gestiegene Wertschätzung von lokalen, traditionellen und gesunden und somit nachhaltigen Produkten verzeichnet werden.

Die Verzehrmengen bei den „local heroes“ (u. a. Mandarinen, Bio-Konfitüre und Weißkäse) stiegen in der Testphase merklich an, die beiden „Spitzenreiter“, Oliven und Zopfkäse (eine Käsespezialität aus der Region), brachten es auf eine Steigerungsrate von über 100%.
Von den getesteten Kommunikationsinstrumenten erwiesen sich die Aufsteller auf den Restauranttischen als am wirkungsvollsten. Hier verweilen die Gäste am längsten und haben genügend Muße, sich die Informationen durchzulesen.

Das Management der Paloma-Hotels war von dem Experiment so beeindruckt, dass es in den Wintermonaten in weiteren Paloma-Hotels an der Türkischen Riviera fortgesetzt werden soll.

Der nächste Schritt für unser Projekt „Taste the Culture“ wird jetzt sein, weitere Hotels zur Teilnahme zu gewinnen und zu Beginn der Sommersaison mit der Schulungsphase zu starten.
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Taste the Culture

Ein nachhaltiges Speiseangebot in Urlaubshotels – das neue Futouris-Projekt von ÖGER TOURS

"Was essen wir heute?" - eine der wichtigsten Fragen, nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub.
Für die meisten ist das Essen eine der wichtigsten Komponenten für ein schönes Urlaubserlebnis und gutes Essen erhöht die Urlaubs-Zufriedenheit.
Zwei Drittel aller Urlauber ziehen Speisen aus der bereisten Region ihnen bekannten Speisen vor und halten landestypisches und regionales Essen und Getränke für eine gute Möglichkeit, fremde Kulturen kennenzulernen. Dies ist das Ergebnis aus einer Gästebefragung, die Futouris in verschiedenen Destinationen (u. a. Türkei und Spanien) durchgeführt hat.
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"Taste the Culture", Kultur erleben über den Geschmackssinn - das Ziel unseres gemeinsamen Projektes mit Futouris ist es, den Anteil regionaler, authentischer, qualitativ hochwertiger und nachhaltiger Speisen auf den Hotelbuffets zu erhöhen, die Kenntnisse der Verantwortlichen in den Hotels hinsichtlich Einkauf, Lagerung, Zubereitung und Präsentation von nachhaltigem Essen zu vergrößern sowie die Urlauber optimal zu informieren.

• Was heißt "nachhaltiges Essen"?

Nachhaltig sind Produkte, die folgende Kriterien erfüllen:
•Ressourcenschutz und -erhalt (Beispiel Fischfang)
•Erhalt der Biodiversität (Artenvielfalt/z. B. traditionelle Obst- und Gemüsesorten)
•Umweltschutz (Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger)
•Saisonalität (Verzicht auf beheizte Gewächshäuser)
•Lokale Produktion (kurze Transportwege, weniger CO2-Emissionen)
•Förderung der Gesundheit (frisch, sicher, nährstoff- und vitaminreich)
•Sozial verträgliche Produktion (Arbeitssicherheit, Entlohnung, lokale Produzenten)
•Authentizität (landes- und regionaltypische Produkte, traditionelle Herstellung)

Das klingt langweilig und nach Verboten und Verzicht? Ganz im Gegenteil, denn sowohl die Gäste als auch der Hotelier und die lokale Bevölkerung profitieren von nachhaltig eingekauften und hergestellten Speisen.
Die Urlauber freuen sich über mehr Frische, mehr Vielfalt, mehr Landestypisches statt internationalem „Einheitsbrei“, tun ihrer Gesundheit etwas Gutes und steigert ihren Genuss. Der Hotelier spart Kosten durch kurze Transportwege, Einkauf bei lokalen Produzenten statt im Großhandel, Verringerung der Abfallmengen, mehr Effektivität bei Lagerung und Verarbeitung. Und natürlich profitiert auch die lokale Wirtschaft, wenn immer weniger Lebensmittel importiert oder von weither transportiert werden müssen.

• Projektphasen von "Taste the Culture"

In der ersten Phase werden die Hotelmitarbeiter geschult hinsichtlich
•Einkauf
•Lagerung
•Verarbeitung

von ökologisch und nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Ein Projekt-Modul ist dabei auch der Besuch auf einem Öko-Bauernhof (Degirmen-Farm in Davutlar), der von unserer Projektpartnerin Gürsel Tonbul geleitet wird.
Gürsel Tonbul führt auch die Schulung durch und gibt ihre Erfahrungen aus erster Hand weiter. Sie ist eine der bekanntesten türkischen Produzentinnen von Öko-Lebensmitteln und hat u. a. mit der Ägäis-Universität Izmir zusammengearbeitet.

Die zweite Phase beschäftigt sich mit der Präsentation und Kommunikation der nachhaltigen Angebote.
Nachhaltige Ernährung ist genussvoll und macht Spaß, noch umso mehr, wenn man über die Vorteile auch aktiv informiert wird.
Für rund 83% der Reisenden ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, im Hotel über die Herkunft, Zusammensetzung und Herstellung des Essens und der Getränke informiert zu sein (Futouris-Gästebefragung 2015).
Das zweite Ziel des Projekts ist es daher, Präsentations- und Kommunikationsmethoden zu entwickeln und zu verbessern, um nachhaltige Ernährung noch umfassender erlebbar zu machen.
Verantwortlich für diese Projektphase ist Prof. Dr. Dagmar Lund-Durlacher von der MODUL-Universität Wien. Dagmar Lund-Durchlacher forscht auf dem Gebiet des nachhaltigen Tourismus mit Schwerpunkt auf CSR (gesellschaftliche Verantwortung in Unternehmen) im Tourismus und Nachhaltigkeit in der touristischen Ausbildung.

Wir hoffen, mit unserem Projekt das Bewusstsein für die Vorteile nachhaltiger Ernährung sowohl bei den Hoteliers als auch bei den Gästen zu steigern und die Teilnehmer zu Botschaftern für nachhaltige Buffets in Urlaubshotels zu machen.
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